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Brennweite und Tiefenschärfe

 

Hallo GE,

ich hatte Dir ja schon vor einiger Zeit versprochen etwas über Brennweiten zu erzählen. Das Versprechen löse ich jetzt ein. Während meiner Ausbildung zum Fotografen hatten wir ein Thema im Berichtsheft zu diesem Thema. Die Aufgabe lautete von einer Brücke aus auf eine Straße zu fotografieren und dabei vom gleichen Standpunkt aus unterschiedliche Brennweiten einzusetzen.

Ich hatte letztes Jahr einen Praktikanten mit einer ähnlichen Aufgabe betraut und es ihm freigestellt welches Motiv er aufnimmt. Es war nur der gleiche Standpunkt der Aufnahme und die unterschiedlichen Brennweiten feste Vorgaben bei dieser Aufgabe. Ich habe die einzelnen Bilder der Aufgabe im Anhang an dieser Mail beigefügt.

Ich fasse Dir nun die Ergebnisse zusammen.

Unterschiedliche Brennweiten zeichnen, bedingt durch ihren Bildwinkel, bezogen auf die Aufnahmefläche (Film oder Sensor) einen Gegenstand in unterschiedlicher Größe auf. Dabei ist natürliche der gleichbleibende Abstand zum Objekt Voraussetzung. Im beigefügten Beispiel achte man auf den Kirchturm. Die Aufnahmen im Beispiel wurden alle bei Blende 8 aufgenommen. In einem früheren Bericht habe ich mich ja schon einmal über die Tiefenschärfe ausgelassen und die Formel zu Berechnung eben dieser. Bei den unterschiedlichen Brennweiten wird das Pferd eben von Hinten aufgezäumt. Dadurch hat man mit der kurzen Brennweite (Weitwinkel)  eine größere Tiefenschärfe als mit einer langen Brennweite (Teleobjektiv). Bei einem Teleobjektiv mit 300 mm Brennweite ist die Tiefenschärfe relativ gering. Abhängig vom Aufnahmeabstand beträgt sie oft nur wenige cm, im Gegensatz dazu haben Weitwinkelobjektive schon ab 1 m bis zum Horizont alles scharf.

Deshalb setzt man Lange Brennweiten gerne für Portraitfotos ein um bei Aufnahmen im Freien einen luftigen und weichen Hintergrund zu erhalten. Dazu kommt noch der gute Nebeneffekt, dass Du deinem Modell nicht mit der Kamera dicht vor dem Gesicht bist und u. U. noch Platz hast um Aufhellschirme zwischen Dich und das Modell zu platzieren.

Wenn Du nun bei allen Fotos im Anhang den Kirchturm auf die gleiche Größe bringst sind die Bilder deckungsgleich. Damit kann man auch in der Praxis den Nachweis erbringen, dass die Abbildung in der Fotografie auf zentralperspektifischen Grundlagen beruht. Im letzten Bild findest Du eine Grafik, die mein Praktikant zur Illustration der Brennweiten anfertigte.

Beste Grüße

Andy

 

 

 

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